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Konfliktspirale- Ausstieg möglich?

Eheberatung, Paartherapie Kreis Borken und Oberhausen
Veröffentlicht von in Eheberatung · 12 August 2019
Konfliktspirale – Ausstieg möglich?

Konflikte sind in Beziehungen normal, was Alltägliches und gehören doch irgendwie dazu – oder? Ein paar Emotionen, überhitzte Gemüter, ein wenig aerodynamisches Geschirr und intensive, den eigenen Standpunkt unterstreichende Dialoge, und schon ist die ´italienische Beziehung` leibhaftig.
 
Vielen Paaren wird das, vor allem wenn es ein Dauerzustand ist, zu anstrengend. Ist der Streit anhaltend, schaukeln sich Konflikte meist noch auf. Vergangenes wird aufgezählt, längst unwichtig gewordene Fettnäpfchen werden wieder bereitgestellt und irgendwie tritt dann auch jeder hinein. Ein Wort ergibt das andere und so berichten Paare, dass sie sich immer im Kreise drehen und aus diesem circulus vitiosus (dem Teufelskreislauf) nicht aussteigen können. Erkenntnis kann helfen. Welche stufenhaften Entwicklungen Konflikte nehmen, ist bereits gut erforscht, und wie sie als Paar aussteigen können, möchte ich Ihnen im Folgenden etwas näherbringen.

Die neun Stufen zum Abgrund
Diesmal ist es keine magische Zahl wie drei oder sieben, wie wir sie häufig in Märchen oder Actionfilmen haben. Nein, es sind genau neun Stufen, die eine Konfliktentwicklung geht. Glasl ist der Forscher, der sich hinter diesem Modell befindet und es hilft Paaren einzuordnen, wo sie im Falle des Streits gerade stehen. Aber schauen Sie selbst:

1.    Verhärtung
Hier treten Meinungsverschiedenheiten auf, die sich in der Regel leicht lösen lassen und den Alltag nicht weiter belasten.

2.    Debatte
In der Debatte wird es schon etwas intensiver. Meinungsverschiedenheiten gibt es auch hier, es wird schon etwas intensiver versucht, den Partner von seiner eigenen (natürlich richtigen) Meinung zu überzeugen.

3.    Taten statt Worte
Dieser Punkt ist fast selbsterklärend. Es wird weniger gesprochen und mehr gehandelt. In Beziehungen zeigt sich dies beispielsweise darin, dass eigenmächtig Entscheidungen getroffen werden, die dann den eigenen Standpunkt durchsetzen sollen.  

4.    Koalitionen
Alleine kämpft es sich doch schlecht. Haben Sie diesen Punkt erreicht, suchen Sie gezielt nach Verbündeten. Das können Freunde, Familienmitglieder, professionelle Berater oder sogar die eigenen Kinder sein. Es geht jetzt nicht mehr nur darum, seinen Standpunkt durchzusetzen, sondern darum zu gewinnen. Glückwunsch! Sie befinden sich im Machtkampf.
 
5.    Gesichtsverlust
Beim Gesichtsverlust wird der Partner schlecht gemacht. Dies geschieht häufig mit der öffentlichen Darstellung von Fehlern. Häufig finden Unterstellungen statt. Es wird alles getan, damit der Partner fehlerhaft und schlecht darsteht.
 
6.    Drohstrategien
Wenn auch der Gesichtsverlust nicht zum Gewinn des Konfliktes führt, werden Drohstrategien eingesetzt. „Wenn Du nicht …., dann werde ich….“. Dies wird in der Regel sehr überzeugend dargestellt und auch schon punktuell umgesetzt.

7.    Begrenzte Vernichtungsschläge
Reicht die Drohung nicht aus, werden von den Konfliktparteien begrenzte Vernichtungsschläge eingesetzt. Das hört sich furchtbar ist, heißt aber leider genauso. Ähnlich, wie in Kriegsgebieten die Kriegsparteien begrenzte Vernichtungsschläge ausführen, um ihre Allmacht, Ernsthaftigkeit und Durchsetzungsfähigkeit zu demonstrieren, werden auch in Beziehungen begrenzte Vernichtungsschläge durchgeführt. Der Partner soll irgendwie ein wenig zu Schaden kommen. „Dann stecke ich Deinem Chef, dass Du regelmäßig abends trinkst. Dann wirst Du ja sehen, wie lange Du als Busfahrer noch arbeiten kannst.“ (Hier zeigt sich die Drohstrategie und die begrenzten Vernichtungsschläge)
 
8.    Zersplitterung
Wenn etwas zersplittert, liegt etwas in tausend Teilen herum. Die Zersplitterung meint den Zusammenbruch des Gegners und seiner Verbündeten.

9.    Gemeinsam in den Abgrund
Sie haben nicht geschafft, ihren Partner zu besiegen und trotz Zersplitterung existiert der Partner immer noch!? Dann hilft es nur noch, gemeinsam in den Abgrund zu gehen. Hier nimmt man massiven eigenen Schaden in Kauf, Hauptsache der Partner ist ebenfalls vernichtet. Eben – gemeinsam in den Abgrund.
 
Diese neun Punkte haben es in sich. Nicht alle Konflikte verlaufen der Reihe der Phase nach. Gibt es in der Partnerschaft aber keine Konfliktlösestrategien, können sich Streitigkeiten so entwickeln. Paare können auch auf unterschiedlichen Stufen in die Konfliktspirale einsteigen. Nicht jedes Paar beginnt bei Stufe eins. Wo genau Sie als Paar einsteigen oder sich aktuell befinden, können Sie vielleicht jetzt etwas besser einschätzen. Es gilt, je höher sie einsteigen, desto eher ist es ratsam, sich beraterische oder moderierte Hilfe zu holen.
 
Doch wie kommt man aus der Konfliktspirale wieder raus? Ich möchte Ihnen hier ein Modell anbieten, mit dem Sie vielleicht arbeiten können. Es ist das GRIT-Modell. Eine Strategie zu Verringerung von Spannungen.

 GRIT – Graduated and Reciprocated Initiatives in Tension-Reduction
Kurz übersetzt bedeute GRIT nichts anderes als ´schrittweise und wechselseitige Initiativen zur Spannungsregulation`. Es ist eigentlich ganz einfach und es bedarf nur einige wenige mutiger Schritte. Dazu müssen Sie Ihre innere Haltung des Kämpfens und gewinnen Wollens aufgeben. Bleiben Sie bei der inneren Haltung des ´kämpfen müssen` oder ´wenn ich jetzt nachgebe, habe ich verloren`, wird der Konflikt weiter bestehen. Daher versuchen Sie, die folgenden Schritte so gut es geht umzusetzen. Sie können von Ihrem Partner nicht erwarten, dass er das auch sofort schafft, deshalb müssen Sie bei sich selbst anfangen. Viel Glück!

 Die GRIT-Schritte
  • Geben Sie ihre innere Haltung (ich muss kämpfen, ich muss gewinnen, ich wurde gekränkt, deshalb werde ich…, usw.) auf. Sie schaffen dafür die Voraussetzungen für Gespräche, eine angenehme Atmosphäre, mehr Offenheit und damit auch für Lösungen und Versöhnung.
  • Bekunden Sie ihrem Partner gegenüber, dass Sie die Spannungen reduzieren möchten und schenken Sie ihm die Anerkennung, die er braucht. Sie senden damit ein klares Signal in Richtung Deeskalation.
  • Initiieren Sie erste kleine versöhnliche Gesten. Damit unterstreichen Sie die Absicht, die Spannungen reduzieren zu wollen. Dies sind vielleicht kleine Berührungen, ein Lächeln oder eine direkte Entschuldigung. Aber achten Sie bitte darauf, sich dabei nicht zu schwächen, denn jetzt ist ihr Partner dran, darauf zu reagieren.
  • Ihr Partner sollte, wenn die Konfliktspirale enden soll, möglichst auf diese ersten Versöhnungsgesten reagieren und diese erwidern.
  • Bemerken Sie, dass ihr Partner positiv auf die Versöhnungsgesten reagiert, erwidern Sie wiederum ebenfalls die positiven Gesten. So entsteht im besten Fall ein positiver Kreislauf.
  • Sollte ihr Partner nicht darauf reagieren, so behalten Sie ihre Wehrhaftigkeit bei, führen aber zunächst gleichzeitig weiterhin Versöhnungsgesten aus. Dies unterstreicht die Absicht zur Deeskalation.
  • Ist es Ihnen gelungen, einen positiven Kreislauf geprägt von Deeskalationsgesten aufzubauen, starten Sie mit vertrauensbildenden Maßnahmen. Dies können beispielsweise gemeinsame Aktivitäten sein, an die sie sich beide positiv zurückerinnern können.

Und was machen wir jetzt mit den Konfliktthemen?
 
Mit Hilfe des GRIT-Modells kann es Ihnen gelingen, die Konfliktspirale zu stoppen. Damit sind aber die Konfliktthemen noch nicht vom Tisch. Was machen Sie denn jetzt mit den Konfliktthemen? Für den Umgang mit Konfliktthemen in Paarbeziehungen wird es sicherlich noch einen eigenen kleinen Beitrag geben.
 
Nur so viel: Versuchen Sie nicht den Konflikt bis ins Kleinste zu lösen. Es wird nicht gelingen. Bleiben Sie im Gespräch und sprechen über Bedürfnisse und nicht über Standpunkte und setzen Sie sich für Problemthemen klare Regeln und Grenzen. Beispielsweise können Sie Problemgespräche zeitlich auf 30 min. begrenzen. Damit verhindern Sie ein uferloses Dauerdiskutieren. Machen Sie sich klar, dass nicht alle Konfliktthemen gelöst, im Sinnen von aufgelöst, werden können. Oftmals müssen Sie ein Management verabreden, wie Sie mit dem Problem umgehen möchten. Deshalb spreche ich in der Praxis nicht von Problemlösestrategien, sondern eher von Managementstrategien.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Lars Steinig
(Angewandte Psychologie B.Sc.)
Unisono- Praxis für Eheberatung
 



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