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Hören ist nicht gleich hören

Eheberatung, Paartherapie Kreis Borken und Oberhausen
Veröffentlicht von Lars Steinig in Eheberatung · 12 August 2019
Hören ist nicht gleich Hören

Wir können nicht nicht kommunizieren. Wenn zwei Menschen einen Raum betreten, findet sofort und ohne weitere Aufschiebung eine Form der Kommunikation statt. Entweder direkt über das gesprochene Wort oder indirekt über Mimik, Gestik oder Stimmklang. Diese Wahrnehmungsweisheit ist nichts Neues. Wir nehmen die verschiedenen Körpersignale, die uns unser Partner sendet, intuitiv auf und verleihen ihnen eine Bedeutung.
Genauso wie wir immer im Kontakt sind, können und müssen wir auch unweigerlich hören und lesen. Wenn sie ein geschriebenes Wort sehen, drängt sich praktisch automatisch die Bedeutung auf und sie haben es verstanden. Dies geschieht unbewusst. Genauso verhält es sich mit dem Hören. Wenn wir akustische Reize wahrnehmen, fügen wir sie automatisch zusammen. Daraus entsteht das Wort, der Satz oder die Melodie. Der Gestaltpsychologie sei Dank.


Den Sinn des Gehörten geben wir uns selbst
 
Ankommende Reize, wie beispielsweise ein gesprochenes Wort, werden von uns aufgenommen und entschlüsselt (encodiert). Dabei ordnen wir automatisch das gehörte Wort einer oder mehrerer Kategorien zu, mischen es mit aktuellen Stimmungen und Erwartungen, fügen noch eine Prise Emotionen hinzu und kreieren so eine für diese Situation passende Bedeutung. Das Verhältnis von Reizaufnahme zu innerer Verarbeitung beträgt dabei rund 1:1000 000. Dies bedeutet: Ein ankommender Reiz wird gut 1000 000-mal (Ja! Eine große Zahl) verschaltet, weitergeleitet, bewertet, mit Emotionen und Erinnerungen verknüpft….
Es leuchtet ein, dass das, was wir verstanden haben, nicht unbedingt das ist, was uns der Partner mitgeteilt hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass es bei so vielen Verknüpfungen zu Missverständnissen kommen kann, ist relativ hoch.


Wir hören mit vier Ohren und sprechen mit vier Mündern
 
Alle Reize immer zu berücksichtigen, ist unmöglich. Wir wären mit anhaltender Reflexion beschäftigt und damit überfordert. Menschen lieben Modelle. Schulz von Thun hat das Modell der vier Ohren und der vier Münder entwickelt. Im Prinzip hören wir mit vier unterschiedlichen Ohren und können dem Wort damit vier mögliche Bedeutungen zuschreiben.

  • Wir können das Wort als Appell verstehen, also als Aufforderung, etwas zu machen.
  • Wir können das Wort als reine Sachinformation verstehen.
  • Wir können das Wort auf einer Beziehungsebene betrachten. Vielleicht fühlen wir uns durch das Wort angegriffen oder herabgesetzt?
  • Wir können das Wort als Selbstoffenbarung verstehen. Das gesprochene Wort betrifft dabei gar nicht mich, sondern sagt etwas über denjenigen aus, der es ausgesprochen hat.
 
Sie können nicht nur auf diesen Ebenen die Botschaften encodieren, also entschlüsseln, sondern auch mit den entsprechenden Mündern senden.
Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter auf das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun eingehen. Es gibt im Netz eine Vielzahl von Texten und Übungen. Es wird aber deutlich, dass es auch bei diesem Modell zu einer Flut von Missverständnissen kommen kann – und das, obwohl Modelle eigentlich etwas vereinfachen sollen. Wer nämlich das Wort auf der Beziehungsebene entschlüsselt, obwohl Sachinformationen gesendet wurden, wird kurz- oder mittelfristig missverstanden.


Partnerschaften sind voll von Missverständnissen?
 
Beziehungen und Partnerschaften sind voll von solchen Fallen, und Missverständnisse können der Beginn von Konfliktspiralen sein. Missverstandene Worte färben auf den Partner ab, und es kommt im schlimmsten Fall zu wechselhaften Schuldzuweisungen.
In den Beratungssitzungen zeigt sich dies darin, dass die Partner genau sagen können, wer wann welchen Fehler gemacht hat oder nicht richtig zugehört hat, oder es eigentlich hätte wissen müssen. Ist der Konflikt weiter fortgeschritten, unterstellt man dem Partner oder der Partnerin sogar schon eine gewisse Absicht. „Das macht der doch nur, um mich zu ärgern und zu provozieren.“ Bei solchen Schuldzuweisungen kommt es dann zu Verteidigungsreaktionen (ist ja verständlich), Rechtfertigungen und Gegenbeispielen. Kommunikation findet immer statt, man kann nicht nicht kommunizieren. Aber Kommunikation ist immer auch zirkulär (stammt übrigens alles von Watzlawick). Dies bedeutet, dass es im Dialog keinen Anfang und kein Ende gibt. Wann genau die Missverständnisse begonnen haben, wer welchen Fehler wann gemacht hat und wer Schuld am Konflikt hat, lässt sich nicht rekonstruieren. Es finden sich immer (oder meistens) Beispiele, die sich noch voranstellen lassen.


Hören ist nicht gleich Zuhören
 
Akustische Reize aufnehmen und neurologisch verarbeiten. Mit unterschiedlichen Ohren hören und dem Gehörten eine Botschaft zuschreiben. Das alles beschäftigt sich zunächst nur mit dem Hören an sich. Hören ist aber nicht gleich Zuhören. Sie können zwar etwas akustisch aufnehmen, eine echte Beziehung entsteht so aber nicht. Das Zuhören ist dabei der Schlüssel zur Beziehung und stellt damit sehr viel mehr dar als die reine mechanische Reizaufnahme und Reizverarbeitung. Das Zuhören setzt Interesse am Partner voraus, braucht Zeit und Ruhe und paar kleine Regeln.


Zuhören gelingt, wenn….
 
Sie werden nicht zuhören können, wenn Sie abgelenkt sind. Also schalten Sie Störquellen aus. Seien Sie mit Ihrem ganzen Körper und dem Blick dem Partner zugewandt. Lassen Sie ihren Partner ausreden. Jemanden unterbrechen kann bedeuten: „Das, was Du jetzt sagst, ist nicht wichtig“. (Sie wissen ja, Sie können nicht nicht kommunizieren. Damit wäre auch das eine Botschaft, die Sie senden und die ihr Partner intuitiv aufnimmt)
Wenn Sie nicht sicher sind, wie die Botschaft ihres Partners zu verstehen ist, fragen Sie nach. „Habe ich Dich richtig verstanden, dass…“, „Bei mir ist angekommen, dass…“. Sie haben so die Möglichkeit, gegenseitig zu überprüfen, ob das, was Sie gesagt haben, auch so angekommen ist, wie Sie es gemeint haben 😉
Fragen Sie interessiert nach. Seien Sie neugierig und erforschen die Gedankenwelt ihres Partners (sofern er es zulässt). So halten Sie das Gespräch aufrecht, können mehr über den Sachverhalt erfahren und damit die Botschaft besser entschlüsseln.
 
Wenn Sie allerdings gezielt Missverständnisse provozieren möchten, dann empfehle ich Ihnen folgende Punkte:

  • Bleiben Sie oberflächlich.
  • Sprechen Sie über eine große Distanz miteinander. Beispielsweise befinden Sie sich in der Küche und ihr Partner bereits im Keller.
  • Fragen Sie nicht nach und sagen ihrem Partner nicht, was Sie verstanden haben.
  • Nehmen Sie das, was Sie entschlüsselt haben, als die Wahrheit. Es kann doch nur so sein – oder?
       

Und jetzt?
 
Wenn wir davon ausgehen, dass viele Konflikte ihren Ursprung in Missverständnissen haben und diese wiederum auf falsch oder nicht richtig entschlüsselte Botschaften zurückzuführen sind, können Sie für ihren Alltag folgendes mitnehmen:

  • Nehmen Sie sich Zeit und hören Sie genau hin, was ihr Partner oder ihre Partnerin sagt.
  • Bauen Sie Blickkontakt auf. So haben Sie eine Chance, die Botschaft des Partners vollständig aufzunehmen, und Sie senden ein positives und vertrauensvolles Signal.
  • Für den Fall, dass Sie nicht einordnen können, mit welchem der vier Münder ihr Partner Ihnen die Botschaft gesendet hat, gibt es einen einfachen Trick. Fragen Sie nach!
  • Versuchen Sie sich klarzumachen, mit welchem der vier Ohren Sie die Botschaft aufgenommen haben, und hinterfragen Sie, ob es wirklich das ist, was gesendet wurde.
  • Machen Sie sich stets bewusst, dass das, was sie als Botschaft verstanden haben, primär eine Rechenleistung ihres Gehirns ist. Es muss nicht die Wahrheit sein – die Wahrheit ist somit eine höchst individuelle Rechenleistung.
  • Es treffen immer zwei unterschiedliche Wahrheiten oder Rechenleistungen aufeinander.
  • Das Forschen nach Ursachen macht keinen Sinn. Kommunikation ist zirkulär. Verschwenden Sie daher damit keine Zeit.
 

Ich wünsche Ihnen alles Gute.
 



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